Stiftung Vogelmonitoring Deutschland

Anzahl gebietsfremder Vogelarten in DeutschlandUnter eingeschleppten/ausgesetzten Arten, auch Neobiota genannt, versteht man gebietsfremde Arten, die ihr Verbreitungsgebiet nicht auf natürliche Weise nach Deutschland ausgedehnt haben. Gelangen die gebietsfremden Arten im neuen Gebiet in die Freiheit, können sie sich oft ungestört ausbreiten und dabei oftmals unerwartete Auswirkungen zeigen, weil unter anderen die natürlichen Gegenspieler (Feinde, Konkurrenten) fehlen. Das BfN geht von über 800 Neobiota-Arten aus, die sich bisher in Deutschland etablieren konnten.
Im Rahmen des ADEBAR-Projektes wurden auch alle gebietsfremden Vogelarten flächendeckend kartiert, darunter Alexandersittich, Brautente, Chileflamingo, Fleckschnabelente, Gelbkopfamazone, Halsbandsittich, Jagdfasan, Kanadagans, Kubaflamingo, Kurzschnabelgans, Mandarinente, Moschusente, Nandu, Nilgans, Regenbrachvogel, Rosaflamingo, Rostgans, Rotschulterente, Schneegans, Schwanengans, Schwarzschwan, Straßentaube, Streifengans, Truthuhn und Zebrafink.
Erstmal können wir nun eine Karte präsentieren, die die Vorkommensschwerpunkte dieser Neubürger in Deutschland zeigt. Deutlich zu erkennen ist, dass in den westdeutschen Ballungsräumen die Neozoendichte am höchsten ist, während die Mittelgebirge, das nordostdeutsche Tiefland und die Ostseeküste noch kaum beeinflusst sind.